Muay Thai oder Thai-Boxen ist der Nationalsport Thailands. Diese Sportart ohne Waffen ist von der bewaffneten "Kriegskunst Krabi Krabong" abgeleitet und sehr aggressiv und bedarf einer guten Kondition des Körpers und ausgiebiges Training.
Gekämpft wird normalerweise in einem Ring nach westlicher Art und mit Box-Handschuhen. Auch sonst ist die Art des Kampfes ähnlich dem modernen westlichen Boxen. Tatsächlich wurde die westliche Art des Boxens durch Muay Thai beeinflusst (und nicht umgekehrt). Der Hauptunterschied ist, dass der Kämpfer „Nak Muay“nicht nur seine Fäuste benutzt, sondern ebenso seine Füße, Schienbeine, Knie, Ellbogen und Kopf einsetzt.  Als mögliches Angriffsziel gelten alle Körperteile des Gegners mit Ausnahme der Leisten. Nur die Fäuste sind mit Handschuhen geschützt.
Die Popularität des Muay Thai ist vergleichbar derer des Fußballs bei uns. Jede Provinz hat ihr Muay Thai Stadion, und wenn Kämpfe im Fernsehen übertragen werden, dann gibt es in Straßen-Restaurants und Nudelshops riesige Fangemeinden, und der Lärm der Zuschauer ist bis in die Straßen zu hören.
Muay Thai gehört zu den hervorragendsten Kampfkünsten überhaupt und gewinnt zunehmend weltweite Anerkennung als der führende Ring-Sport. Keine andere Sportart erreicht die Kampffähigkeiten und -mittel des professionellen Muay Thai.
Die Kämpfer werden im Einsatz ihrer Kampfmittel Füße, Knie, Fäuste und Ellbogen ausgebildet und gehören zu den gefürchtetsten Kämpfern auf der ganzen Welt. Erst monatelanges, hartes Training gibt ihnen die Fähigkeiten, einen Freestyle-Muay-Thai-Kampf in seiner vollen Intensität bestehen zu können.
Die Richtlinien zum Kampf vereinbaren, dass sich beide Kämpfer während aller fünf Runden aggressiv zeigen. Knockout-Schläge, Kopf- und Körperstöße, Knie- und Ellbogeneinsatz zeigen die Stärke und die Disziplin des Muay-Thai-Kämpfers.
Der Kampf ist zu beginn mit rituellen und spirituellen Zeremonien verknüpft. So gehört neben dem „ Wai Khru “,das zum Beginn einer Runde den Lehrern und der Schule Respekt bezeugt, auch der rituelle Tanz „ Ram Muay “ zum Geschehen. Damit erreicht der sonst eher brutale Sport eine Note von Eleganz.    Â